Krank auf Antrag

28. Juli 2006 um 17:54 Uhr

Schön, dass man inzwischen nicht mehr häßliche papierne Formulare ausfüllen und zum Chef bringen muss, nur um mal ein paar Tage Urlaub zu nehmen. Heute geht das elektronisch.

Nicht schlecht staunte ich darüber, dass es nun wohl auch möglich ist, Krankheit zu beantragen:

Antrag auf Krankheit - das scheint heute möglich

Ich hör’s schon förmlich: „Chef, ich nehm‘ dann mal nächste Woche ein paar Tage Krankheit, ja?“ „OK, aber vergiß den Antrag nicht …“

Divergierende Preisvorstellung

27. Juli 2006 um 21:10 Uhr

Wer zu spät kommt … den bestraft der Internet-Registrar. Ich hatte eine Internet-Domain mit .eu Endung registrieren wollen, aber zu spät, jemand anders war schneller. Zufällig entdeckte ich, dass dieser jemand die Domain zum Verkauf anbot.

Ganz neugierig habe ich mal ein Gebot abgegeben und war gespannt. Ich darf verraten, dass es hier nicht um einen Domainnamen ging, mit dem sich Millionen scheffeln ließen, wie casino.eu oder rotlicht.eu.

Kurz gesagt, wir haben wohl eine „leicht divergierende Preisvorstellung“ und das Geschäft kommt daher leider nicht zustande …

Wir kommen wohl nicht zusammen ...

Rattelschneck

25. Juli 2006 um 20:37 Uhr

Es muss irgendwann gegen Ende der 90er gewesen sein. Auch deutsche Unternehmen hatten das Internet entdeckt. Es war die Zeit, in der nun auch der Mittelstand stolz in Korrespondenz und Werbung verkündete „Jetzt auch im Internet unter http://www …“. Man konnte es bald nicht mehr hören.

bitte.com Cartoon (c) RattelschneckGanz ähnlich schien es dem Cartoonisten(duo) Rattelschneck ergangen zu sein, denn sie veröffentlichten in der Titanic einen Cartoon, der einen hochmodernen Bettler zeigt. Jetzt auch im Internet unter http://www.bitte.com!

Natürlich wollte ich diesen Cartoon gerne hier präsentieren* … und habe dazu die freundliche Genehmigung von Rattelschneck erhalten. Besten Dank!

* Ein Klick auf den Ausschnitt zeigt den Cartoon in voller Größe

Fips und ich

24. Juli 2006 um 21:17 Uhr

Ich fahr‘ häufig mit der 36. Diese Schnellbuslinie wird gerade morgens gerne von älteren Leuten genutzt, die sich sehr bürgerlich geben. Verschrobene Menschen sind hier selten Fahrgäste.

Heute morgen stieg eine merkwürdige Frau zu. Alter schwer zu schätzen, klein, dicklich, etwas ungepflegt und unsicher. Sie wirkte wie jemand, der geistig zurück geblieben ist*.

Auf den zweiten Blick sah ich ein Plüschtier in ihrer Hand. Ganz fest hielt sie den kleinen grünen Frosch. Er schien sich in ihrer Hand sicher zu fühlen und schaute sie ständig an. Von Zeit zu Zeit hob sie ihre Hand und hielt sich ihren Begleiter schmusend an die Wange.

Das hatte etwas unerwartet Rührendes. Beide schienen einander zu brauchen. Fips und ich … gegen den Rest einer schnellen, kalten Welt.

*Wie kommt es, dass man in Millisekunden einen Menschen mit einer geistigen Behinderung oder Persönlichkeitsstörung als seltsam empfindet? Was nimmt man wahr – noch vor den ersten Gesten, noch vor dem ersten Wort?

Auf Wolke 7

23. Juli 2006 um 23:22 Uhr

Auf Wolke7 im Hauptbahnhof

Doch, die Werbetexter hatten bei der Namensgebung für die neue Eissorte einen guten Einfall: Wer sitzt beim Genuss eines leckeren „Eischens“ nicht auf Wolke 7? Dem Art Director hingegen muss entgangen sein, dass auf dem Foto alle möglichen Zahlen visualisiert werden, nur die 7 nicht.

 

Wohl eher Wolke 6 oder Wolke 8

Die nachgebildete Wolke in der Eisschale hat 6 Ecken, der Schatten der Wolke konsequenterweise auch. Gut, nun sind da kleine Nussstücke, 8 an der Zahl. Vielleicht so: 6 + 8 geteilt durch 2 sind … ahh! … 7!

Vielleicht muss man das Ganze eher philosophisch betrachten. Weit hergeholt? Niemals unterschätze man die Werbebranche!
In der Erkenntnistheorie gibt es schon ewig den Streit, ob man die Dinge, die uns umgeben, tatsächlich erkennen kann. Oder eben nur als ein Abbild ihrer selbst. Schließlich ist der Mensch immer Teil der Beobachtung und verfälscht sie dadurch. Wenn ich also 6 Wolkenflügel sehe und den 7. nicht, dann liegt es eben daran, dass ich gerade auf jenem 7. Wölkchen sitze – es ist einfach außerhalb meines Blickfeldes! Wer hätte das gedacht? Die neue Sorte ist ja sogar noch gehaltvoller …

Tauchbasis Nautic Dive (Lanzarote)

um 23:20 Uhr

Basis Nautic DiveDie kleine Basis Nautic Dive in Puerto Del Carmen wird von Matthias und Astrid geführt. Matthias ist ein erfahrener Tauchlehrer, Astrid kümmert sich darum, dass „der Laden läuft“ und die Gäste zufrieden sind. Und das machen beide ganz vorzüglich.

Nun bin ich mit Matthias früher viel getaucht und von daher sicher nicht objektiv. Umso mehr freut mich, dass sich viele seiner Tauchgäste sehr zufrieden äußern.

Die Basis ist stets aufgeräumt, blitzsauber und der Umgangston sehr persönlich. Kein Vergleich mit so mancher Massenabfertigung in dreckigen Schuppen mit kaputtem Leihzeugs. Wer auf Lanzarote tauchen will, sollte auf jedem Fall mal bei den beiden vorbeischauen.

Getaucht wird von einem der vielen Landplätze oder auch mal vom Boot aus. Eine besondere Attraktion war für mich der Schiffsfriedhof in Puerto Del Carmen. Die Wracks liegen in auch für Anfänger geeigneter Tiefe – im Sonnenschein ein schöner Anblick. Eine lokale Attraktion sind die Engelhaie, kleine Haie, die eher an Rochen erinnern. Ich hatte auch das große Glück zweimal Sepien aus der Nähe beobachten und fotografieren zu können.

Kontakt: Nautic Dive / Matthias & Astrid
Tel : 0034 – 628101060 / Fax :0034 – 928511212
info@nautic-dive.com

Tauchbasis Scuba Activa (Mallorca)

um 23:20 Uhr

Klein, aber sehr fein: Die Basis Scuba Activa unter der Leitung von Mathias Günther fällt durch eine sehr persönliche Atmosphäre auf. Kein Rummel, kein Massenandrang, hier steht der Gast (= Kunde) im Vordergrund.

Das Team ist freundlich und kümmert sich um die Belange der Taucher. Leihausrüstung und Anlage sind in einem exzellenten Zustand. Seit 2004 besitzt Mathias auch ein Offshore-Schlauchboot mit zwei dicken Außenbordern, da kommt auch die Sicherheit nicht zu kurz*.
Auch die Ausbildung (ich machte den CMAS ** im Mai 2000) kann ich nur loben: Theoretisch und praktisch anspruchsvoll, kompetent und unterstützend.

Und das Tauchrevier? Getaucht wird an der Insel Dragonera, einem Naturschutzgebiet im Südwesten Mallorcas. Die Landschaft hier ist über- und unterwasser bezaubernd und es gibt für das Mittelmeer sehr viele Fische. Die Dragonera bietet mit unterschiedlichen Spot genug Abwechselung für Anfänger und Fortgeschrittene. Lediglich die beiden Wracks sind nicht unbedingt etwas für reine Wracktaucher. :-)

Fazit: Wer eine Basis sucht, die nicht nur den Geldbeutel des Tauchers sieht und auch das Wort Verantwortung kennt, wer Natur dem Trubel vorzieht, der ist hier goldrichtig!

*Jeder der mal auf einem der typischen ägyptischen Tauchboote einen Motorschaden auf See erlebt hat, weiß, wie gefährlich das werden kann.

Im Innern des Wracks

um 23:18 Uhr

Im Innern des SchiffsWracktauchgänge im Inneren eines Wracks bleiben den erfahrenen, speziell ausgebildeten und ausgerüsteten Tauchern vorbehalten. Dafür gibt es nur einen simplen Grund: Im Inneren des Wracks lauern eine Reihe von Gefahren und der direkte Weg zur Oberfläche ist wie beim Höhlentauchen versperrt.

Am gefährlichsten ist für den Wracktaucher die – zum Glück seltene – Situation, daß er einen Raum aufgrund einer Versperrung (zugeschlagene Tür etc.) nicht wieder verlassen kann. Weit häufiger, und nicht selten tödlich, ist die unerwartet auftretende Sichtbehinderung: Ein falscher Flossenschlag und das über Jahre abgelagerte Sediment aus Schwebstoffen und Rost geht hoch. Mahlzeit! Wer nun kein Reel in der Hand hat, dessen Seil er nun nach draußen folgen kann, der hat einen Fehler (zuviel) gemacht. Gefährlich sind auch spitze Metallteile (die durch Verrostung entstehen) oder von der Decke hängende Seile, auf die es zu achten gilt. Hängenbleiben ist kein schönes Erlebnis. Nicht zu vergessen ist auch die Ladung eines Schiffs: Sie kann ggf. noch nach Jahren verrutschen oder schlicht aus giftigen bzw. (bes. bei militärischen Wracks) explosiven Stoffen bestehen.

Foto: Chris Hofer
Dieser Beitrag ist nur als Denkanstoß gedacht und ersetzt niemals eine fundierte Ausbildung durch einen Tauchlehrer.

Sicherheit

um 23:13 Uhr

Bug der Dr. Eichelbaum - Foto von Chris Hofer… ein ganz wichtiges Thema beim Wracktauchen. Es liegt auf der Hand: Wracks werden fast immer mit dem Schiff angefahren und das heißt: Tauchen auf offenem Meer. Hier ist der Taucher viel stärker als sonst Gefahren durch Strömungen, Wind und Welle ausgesetzt. Signalboje, Licht- und akustische Signale sind hier Pflicht!

Dann das Tauchprofil: Während man sich üblicherweise für ein angenehm flaches Austauchprofil am Ufer orientiert, folgen Wracktauchgänge dem Rechteckprofil: Senkrecht Runter – Wrack erkunden – senkrecht rauf. Das ist kein Problem, aber gewöhnungsbedürftig: Die Nullzeit rennt nur so davon und schnell macht man dann ungeplant (!) einen Dekotauchgang.

Ein weiterer Aspekt: Für Wracktauchgänge kann das Wiederauffinden der Ankerleine lebenswichtig sein. Wer möchte schon bei geringer Sicht, aber kräftiger Strömung einen Aufstieg im Freiwasser hinlegen? Nur um dann festzustellen, daß man außer Ruf- und Sichtweite des Tauchschiffs an der Oberfläche treibt. Besser also den Startpunkt am Wrack gut einprägen, das weiß ich auch aus eigener Erfahrung.

Foto: Chris Hofer
Dieser Beitrag ist nur als Denkanstoß gedacht und ersetzt niemals eine fundierte Ausbildung durch einen Tauchlehrer.

Doppeltes Jubiläum (Nr. 251)

um 23:09 Uhr

Der 251. TauchgangAlles perfekt geplant für meinen 250. Tauchgang auf Lanzarote. Unterwasserkamera dabei, eine kleine Schreibtafel mit „250“ vorbereitet. Vor Puerto Del Carmens Strand geht es mit Tauchpartner Matthias auf Tiefe. Im Flachwasser posiere ich dann mit meiner Tafel für ein Erinnerungsfoto. Am Abend trage ich den Tauchgang ins Logbuch und stutze: Tauchgang 249 und dann eine Seite mit hastig notierten Tauchgangsdaten aber ohne Nummer. Sieht ganz so aus, als wäre mein 250. heute morgen gewesen. Aber auch der war schön …