Rastplatzbiotop

28. August 2006 um 21:43 Uhr

Biotop an der Autobahn‚Was für ein Schlagloch‘ – war mein erster Gedanke, als ich müde einen Rastplatz an der A1 überquerte. Auf dem Rückweg vom Frankfurter Flughafen (Ankunft 0:28 – aua!) hatte ich mir hier eine Mütze Schlaf gegönnt. Nun rieb ich mir die Augen: Was ich da sah, war kein großes, unförmiges Loch in der Straße. Eher eine genau abgezirkelte Vertiefung.

Nein, kein Zweifel, das hier war gar kein Schlagloch. Hier hatte der Rastplatzbetreiber der Natur zur ihrem Recht verholfen und etwas Grün in die Mitte der Straße gebracht. Schade nur, dass man an diesem Ort nur kurz gedankenverloren verweilen kann …

Florette 2006

um 20:49 Uhr

Die Florette unter SegelnMein dritter Törn mit der Florette*, dieser wunderbaren alten Brigantine. Und wieder genieße ich den ihr eigenen Rhythmus. Schon nach kurzer Zeit kann man den Bewegungen des Schiffs so folgen, dass man in Würde und unversehrt mit Frühstücksteller und Kaffeetasse von der Küche zum Tisch kommt. Ich habe das große Glück, nicht (schnell) seekrank zu werden – so kann man das Rollen und Schaukeln genießen.

In diesem Jahr mußten wir wetterbedingt Capri und Ischia streichen und nahmen gleich Kurs auf die geliebten Liparischen Inseln. Skipper Ronnie geht nie ein Risiko ein und weiß, was er tut. (Auf der Rückfahrt erfuhren wir, dass einige Schiffe an Italiens Südküste im Sturm Schaden genommen hatten.)

Die Äolischen Inseln, wie sie auch genannt werden, locken nicht nur Taucher mit ihren schönen Tauchplätzen, sie bieten auch auch über Wasser einen Traum für Augen und Wanderstiefel.

Meine Stiefel blieben allerdings unbenutzt, denn das Wasser war einfach zu verlockend. Und so kamen 20 Tauchgänge zusammen. Nicht jeder eine Sensation, aber manches wird mir im Gedächtnis bleiben. Zum Beispiel das Gefühl beim Aufstieg aus 40m mit Strömung von oben zu kämpfen. Apropos Strömung – vor 5 Jahren musste ich in Scilla (in der Meerenge von Messina!) förmlich vor der Strömung flüchten. Dank besserer Tauchgangsplanung konnte ich hier die wunderschönen Gorgonien in Massen bestaunen, ohne in der Strömung strampeln zu müssen – ein Traum.

Krönender Abschluss der diesjährigen Tour waren mehrere Tauchgänge an meinem Lieblingsspot – dem Stromboliccio – einer 130m hohen Felsnadel, 60m über, 70m unter Wasser. Man umrundet sie in gut 45 Minuten und erlebt wirklich auf jeder Tiefenstufe, die man wählt, traumhafte Szenen. Riesige Felsblöcke, die Höhlen bilden, auf Tiefe. Glatte Steilwände, zerklüftete Felsnasen, stets auf das schönste bewachsen, bis in den Flachwasserbereich. Dieses Jahr machten sich die großen Fische etwas rar, aber dennoch ein Tauchplatz, der keinen meiner Wünsche offen läßt.

Florette – das heißt für mich auch Bordleben mit einer wunderbaren Crew und großartigen Tauchern und Nicht-Tauchern. Eine ganz besondere Gruppe, die da regelmäßig zusammenfindet. Entspannt und doch anregend.

Fotogalerien:
Florette – An Bord
Florette – Unterwasser

* Die Florette ist eine 40m lange, 7m breite Brigantine, die 1921 in Italien vom Stapel lief. Ihr Heimathafen in der Saison ist Vibo Marina in Kalabrien. Die Florette wird von der Eignerfamilie betrieben – entsprechend persönlich und familiär ist die Atmosphäre an Bord. Wer Charme statt Klimaanlage sucht, wird hier fündig und glücklich. Mehr Infos unter http://www.svflorette.com