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Schuhe statt Kugeln

Bei einer Pressekonferenz bewarf kürzlich der irakische Fernsehjournalist Muntasser al Saidi den (noch amtierenden) US-Präsidenten Bush mit seinen Schuhen. Er wurde sofort überwältigt, abgeführt und, so stern.de heute, vermutlich sogar misshandelt.

Dabei hätte der Mann größten Respekt verdient. Nicht einfach, weil er es auf George W. Bush abgesehen hatte. Das auch, denn GWB hat diese im arabischen Kulturkreis ja unerhörte Geste (Füße/Fußsolen/Schuhe gelten als unrein) mehr als verdient. Aber das allein wäre zu billig.

Nein, er hat den größten Respekt dafür verdient, seine Wut in einer zivilisierten Weise zum Ausdruck gebracht zu haben. Im Heimatland Bushs greifen nicht wenige Menschen zur Waffe, wenn sie in Rage geraten. Und Bush hat für die Anliegen der NRA (der National Rifle Association, der US-Waffenlobby also) immer ein besonders offenes Ohr gehabt.

Da freut es mich, wenn ihm gerade ein Iraker zeigt, wie wirksam und doch friedlich sich Wut Bahn brechen kann. Schuhe – ein Modell, das dringend Schule machen sollte.