Tauchbasis Nautic Dive (Lanzarote)

23. Juli 2006 um 23:20 Uhr

Basis Nautic DiveDie kleine Basis Nautic Dive in Puerto Del Carmen wird von Matthias und Astrid geführt. Matthias ist ein erfahrener Tauchlehrer, Astrid kümmert sich darum, dass „der Laden läuft“ und die Gäste zufrieden sind. Und das machen beide ganz vorzüglich.

Nun bin ich mit Matthias früher viel getaucht und von daher sicher nicht objektiv. Umso mehr freut mich, dass sich viele seiner Tauchgäste sehr zufrieden äußern.

Die Basis ist stets aufgeräumt, blitzsauber und der Umgangston sehr persönlich. Kein Vergleich mit so mancher Massenabfertigung in dreckigen Schuppen mit kaputtem Leihzeugs. Wer auf Lanzarote tauchen will, sollte auf jedem Fall mal bei den beiden vorbeischauen.

Getaucht wird von einem der vielen Landplätze oder auch mal vom Boot aus. Eine besondere Attraktion war für mich der Schiffsfriedhof in Puerto Del Carmen. Die Wracks liegen in auch für Anfänger geeigneter Tiefe – im Sonnenschein ein schöner Anblick. Eine lokale Attraktion sind die Engelhaie, kleine Haie, die eher an Rochen erinnern. Ich hatte auch das große Glück zweimal Sepien aus der Nähe beobachten und fotografieren zu können.

Kontakt: Nautic Dive / Matthias & Astrid
Tel : 0034 – 628101060 / Fax :0034 – 928511212
info@nautic-dive.com

Tauchbasis Scuba Activa (Mallorca)

um 23:20 Uhr

Klein, aber sehr fein: Die Basis Scuba Activa unter der Leitung von Mathias Günther fällt durch eine sehr persönliche Atmosphäre auf. Kein Rummel, kein Massenandrang, hier steht der Gast (= Kunde) im Vordergrund.

Das Team ist freundlich und kümmert sich um die Belange der Taucher. Leihausrüstung und Anlage sind in einem exzellenten Zustand. Seit 2004 besitzt Mathias auch ein Offshore-Schlauchboot mit zwei dicken Außenbordern, da kommt auch die Sicherheit nicht zu kurz*.
Auch die Ausbildung (ich machte den CMAS ** im Mai 2000) kann ich nur loben: Theoretisch und praktisch anspruchsvoll, kompetent und unterstützend.

Und das Tauchrevier? Getaucht wird an der Insel Dragonera, einem Naturschutzgebiet im Südwesten Mallorcas. Die Landschaft hier ist über- und unterwasser bezaubernd und es gibt für das Mittelmeer sehr viele Fische. Die Dragonera bietet mit unterschiedlichen Spot genug Abwechselung für Anfänger und Fortgeschrittene. Lediglich die beiden Wracks sind nicht unbedingt etwas für reine Wracktaucher. :-)

Fazit: Wer eine Basis sucht, die nicht nur den Geldbeutel des Tauchers sieht und auch das Wort Verantwortung kennt, wer Natur dem Trubel vorzieht, der ist hier goldrichtig!

*Jeder der mal auf einem der typischen ägyptischen Tauchboote einen Motorschaden auf See erlebt hat, weiß, wie gefährlich das werden kann.

Im Innern des Wracks

um 23:18 Uhr

Im Innern des SchiffsWracktauchgänge im Inneren eines Wracks bleiben den erfahrenen, speziell ausgebildeten und ausgerüsteten Tauchern vorbehalten. Dafür gibt es nur einen simplen Grund: Im Inneren des Wracks lauern eine Reihe von Gefahren und der direkte Weg zur Oberfläche ist wie beim Höhlentauchen versperrt.

Am gefährlichsten ist für den Wracktaucher die – zum Glück seltene – Situation, daß er einen Raum aufgrund einer Versperrung (zugeschlagene Tür etc.) nicht wieder verlassen kann. Weit häufiger, und nicht selten tödlich, ist die unerwartet auftretende Sichtbehinderung: Ein falscher Flossenschlag und das über Jahre abgelagerte Sediment aus Schwebstoffen und Rost geht hoch. Mahlzeit! Wer nun kein Reel in der Hand hat, dessen Seil er nun nach draußen folgen kann, der hat einen Fehler (zuviel) gemacht. Gefährlich sind auch spitze Metallteile (die durch Verrostung entstehen) oder von der Decke hängende Seile, auf die es zu achten gilt. Hängenbleiben ist kein schönes Erlebnis. Nicht zu vergessen ist auch die Ladung eines Schiffs: Sie kann ggf. noch nach Jahren verrutschen oder schlicht aus giftigen bzw. (bes. bei militärischen Wracks) explosiven Stoffen bestehen.

Foto: Chris Hofer
Dieser Beitrag ist nur als Denkanstoß gedacht und ersetzt niemals eine fundierte Ausbildung durch einen Tauchlehrer.

Sicherheit

um 23:13 Uhr

Bug der Dr. Eichelbaum - Foto von Chris Hofer… ein ganz wichtiges Thema beim Wracktauchen. Es liegt auf der Hand: Wracks werden fast immer mit dem Schiff angefahren und das heißt: Tauchen auf offenem Meer. Hier ist der Taucher viel stärker als sonst Gefahren durch Strömungen, Wind und Welle ausgesetzt. Signalboje, Licht- und akustische Signale sind hier Pflicht!

Dann das Tauchprofil: Während man sich üblicherweise für ein angenehm flaches Austauchprofil am Ufer orientiert, folgen Wracktauchgänge dem Rechteckprofil: Senkrecht Runter – Wrack erkunden – senkrecht rauf. Das ist kein Problem, aber gewöhnungsbedürftig: Die Nullzeit rennt nur so davon und schnell macht man dann ungeplant (!) einen Dekotauchgang.

Ein weiterer Aspekt: Für Wracktauchgänge kann das Wiederauffinden der Ankerleine lebenswichtig sein. Wer möchte schon bei geringer Sicht, aber kräftiger Strömung einen Aufstieg im Freiwasser hinlegen? Nur um dann festzustellen, daß man außer Ruf- und Sichtweite des Tauchschiffs an der Oberfläche treibt. Besser also den Startpunkt am Wrack gut einprägen, das weiß ich auch aus eigener Erfahrung.

Foto: Chris Hofer
Dieser Beitrag ist nur als Denkanstoß gedacht und ersetzt niemals eine fundierte Ausbildung durch einen Tauchlehrer.

Doppeltes Jubiläum (Nr. 251)

um 23:09 Uhr

Der 251. TauchgangAlles perfekt geplant für meinen 250. Tauchgang auf Lanzarote. Unterwasserkamera dabei, eine kleine Schreibtafel mit „250“ vorbereitet. Vor Puerto Del Carmens Strand geht es mit Tauchpartner Matthias auf Tiefe. Im Flachwasser posiere ich dann mit meiner Tafel für ein Erinnerungsfoto. Am Abend trage ich den Tauchgang ins Logbuch und stutze: Tauchgang 249 und dann eine Seite mit hastig notierten Tauchgangsdaten aber ohne Nummer. Sieht ganz so aus, als wäre mein 250. heute morgen gewesen. Aber auch der war schön …

Le Grand Bleu …

um 23:08 Uhr

Das Große Blau

… wer diesen Film-Klassiker („Im Rausch der Tiefe“) von Luc Besson sieht, der bekommt eine Ahnung von dem, was Tauchen ist. Zwar geht es in diesem packenden Film um den Wettkampf zweier Apnoe-Taucher (solche ohne Gerät), aber was uns in die Tiefe zieht, das wird schon deutlich: Das große Blau des Meeres.

Es gibt in diesem Film so viele wunderbare Momente, aber einer hat für mich auch nach Jahren seinen Reiz: Jacques erreicht beim Wettkampf seine Zieltiefe. Dort, wo jeder normale Mensch zusehen würde, schnellstens weg zu kommen*, verweilt er einen Moment in Stille. Eins mit dem Meer, wenn auch nur für einen kostbaren Moment. Luc Besson ist nicht nur ein beeindruckender Filmemacher, sonder selbst Taucher. Das merkt man.

* Wobei man sagen muss, dass ein normaler Mensch mit einem Luftzug Tiefen von 50, 80, 100 Metern kaum lebend erreicht und schon gar nicht wieder lebend verläßt.

Complexity is the enemy

um 23:07 Uhr

Wenn es um Technik geht, ist Komplexität ein Killer. In der IT wie beim Tauchen.

Beim Ausrüstungskauf folge ich inzwischen einer simplen Regel: “Complexity is the Enemy”. Was simpler aufgebaut ist, geht weniger schnell kaputt. Was kaputt geht, geht im schlechtesten aller denkbaren Momente dahin. Das kann ich nicht gebrauchen.

Es ist erstaunlich, wie viel leichter die Auswahl fällt, wenn man Tauchausrüstung mit dieser „Brille“ betrachtet. Viele „Neuheiten“ entpuppen sich dann nämlich als katastrophenträchtiger Marketingquatsch*.

*So zum Beispiel Jackets mit automatischer Tarierung. Wer braucht so einen Unfug?

Nachts im Dunkeln (Nr. 194)

um 23:01 Uhr

Nachts ist es immer dunkel, ich weiß. Insbesondere auf der Insel Espiritu Santo, denn hier gibt es nur wenig elektrisches Licht. Nachts ist es dunkel, nur bei Nachttauchgängen seltsamerweise nicht. Denn viele Taucher simulieren mit ihren lichtstarken Scheinwerfern den Tag. Was ich nicht verstehe – wozu dann noch Nachttauchen?

Wir bereiten uns auf einen besonderen Nachttauchgang vor. Hier vor der Küste von Espiritu Santo liegt das gigantische Wrack der President Coolidge. Unser Guide hat eine Gruppe von erfahrenen Tauchern zusammengestellt, mit denen er in den vorderen Laderaum tauchen möchte. Nichts besonderes, nur wollen wir diesmal ganz auf Licht verzichten.

Am Führungsseil geht es in die tiefschwarze Nacht. Ich habe fast nie Angst beim Tauchen, aber mein Puls schlägt schon etwas schneller. Aber ich will nicht der erste sein, der – auch nur gedämpft – die Lampe anschaltet.

Nur kurze Zeit und die Augen nehmen das wenige Restlicht wahr, die Umrisse der Ladeluke werden sichtbar. (Was heißt Luke – das hier ist ein monströses Scheunentor!) Im Laderaum ist es nun völlig finster. Ich spüre, dass ich weder auftreibe noch absinke – das beruhigt. Eine Hand führt mich vorsichtig zu einem Eisenträger. Sehr gut, so fühle ich mich völlig sicher.

Nach ein bis zwei Minuten sehen wir ein erstes Glimmen im Raum, nach kaum fünf Minuten ist der Raum erleuchtet von tausenden Lichtpunkten. Das ist nicht das (ebenso wundervolle) Leuchten des Plankton, hier leuchten winzige Fische. Unser Guide nennt sie treffend ‚Flashlight-Fish“.

Wahnsinn … wir schweben im Laderaum eines gigantischen Wracks, erleuchtet nur von kleinen Lebewesen. Was für eine Belohnung für den Verzicht auf unser Licht.

Wir folgen unserem Guide noch auf eine kurze Tour durchs Wrack (mit Lampen) und kehren überglücklich nach kurzer Deko ans Ufer zurück. Sicher eines meiner eindrücklichsten Erlebnisse unter Wasser.