Doppeltes Jubiläum (Nr. 251)

23. Juli 2006 um 23:09 Uhr

Der 251. TauchgangAlles perfekt geplant für meinen 250. Tauchgang auf Lanzarote. Unterwasserkamera dabei, eine kleine Schreibtafel mit „250“ vorbereitet. Vor Puerto Del Carmens Strand geht es mit Tauchpartner Matthias auf Tiefe. Im Flachwasser posiere ich dann mit meiner Tafel für ein Erinnerungsfoto. Am Abend trage ich den Tauchgang ins Logbuch und stutze: Tauchgang 249 und dann eine Seite mit hastig notierten Tauchgangsdaten aber ohne Nummer. Sieht ganz so aus, als wäre mein 250. heute morgen gewesen. Aber auch der war schön …

Nachts im Dunkeln (Nr. 194)

um 23:01 Uhr

Nachts ist es immer dunkel, ich weiß. Insbesondere auf der Insel Espiritu Santo, denn hier gibt es nur wenig elektrisches Licht. Nachts ist es dunkel, nur bei Nachttauchgängen seltsamerweise nicht. Denn viele Taucher simulieren mit ihren lichtstarken Scheinwerfern den Tag. Was ich nicht verstehe – wozu dann noch Nachttauchen?

Wir bereiten uns auf einen besonderen Nachttauchgang vor. Hier vor der Küste von Espiritu Santo liegt das gigantische Wrack der President Coolidge. Unser Guide hat eine Gruppe von erfahrenen Tauchern zusammengestellt, mit denen er in den vorderen Laderaum tauchen möchte. Nichts besonderes, nur wollen wir diesmal ganz auf Licht verzichten.

Am Führungsseil geht es in die tiefschwarze Nacht. Ich habe fast nie Angst beim Tauchen, aber mein Puls schlägt schon etwas schneller. Aber ich will nicht der erste sein, der – auch nur gedämpft – die Lampe anschaltet.

Nur kurze Zeit und die Augen nehmen das wenige Restlicht wahr, die Umrisse der Ladeluke werden sichtbar. (Was heißt Luke – das hier ist ein monströses Scheunentor!) Im Laderaum ist es nun völlig finster. Ich spüre, dass ich weder auftreibe noch absinke – das beruhigt. Eine Hand führt mich vorsichtig zu einem Eisenträger. Sehr gut, so fühle ich mich völlig sicher.

Nach ein bis zwei Minuten sehen wir ein erstes Glimmen im Raum, nach kaum fünf Minuten ist der Raum erleuchtet von tausenden Lichtpunkten. Das ist nicht das (ebenso wundervolle) Leuchten des Plankton, hier leuchten winzige Fische. Unser Guide nennt sie treffend ‚Flashlight-Fish“.

Wahnsinn … wir schweben im Laderaum eines gigantischen Wracks, erleuchtet nur von kleinen Lebewesen. Was für eine Belohnung für den Verzicht auf unser Licht.

Wir folgen unserem Guide noch auf eine kurze Tour durchs Wrack (mit Lampen) und kehren überglücklich nach kurzer Deko ans Ufer zurück. Sicher eines meiner eindrücklichsten Erlebnisse unter Wasser.